29. August 2025
4,2 Minuten

Marktkommentar 09/2025

Märkte im Überblick

Die Monate Juli und August verliefen an den Börsen, wie es für die Sommerzeit typisch ist, überwiegend ruhig. Einige Themen sorgten dennoch für etwas Bewegung und gaben wichtige Signale für die kommenden Wochen.

Indizes im Überblick

In Deutschland legte der DAX leicht zu, bewegte sich seit Anfang Juli jedoch insgesamt wie auch der Eurostoxx als auch der MDax eher seitwärts und notiert somit auf ähnlichem Niveau von vor der Sommerpause. In den Vereinigten Staaten stiegen S&P 500 und Nasdaq stetig. Der S&P 500 markierte sogar ein neues Allzeithoch.

Getragen wurde dies insbesondere von den Technologiewerten, die teils gute Zahlen vorlegten. Apple meldete ein sehr starkes Ergebnis und das beste dritte Quartal seit vier Jahren und auch Microsoft verdiente gut. Japan zeigte sich ebenfalls in guter Verfassung und verzeichnete Wachstum.

Krypto, Währungen und Gold

Bitcoin markierte ein neues Hoch, bleibt aber nach wie vor äußerst schwankungsanfällig. Auf das Hoch folgte bereits ein Rücksetzer, nicht dramatisch, aber ein Zeichen für die anhaltend hohe Volatilität.

Aus Sicht des Euro belastete der Euro-US-Dollar-Kurs weiterhin einige Anlagen; der Wechselkurs bewegte sich relativ stabil in einer Spanne um 1,15 bis 1,18. Der Goldpreis verharrte seit Ende April in einem stabilen Seitwärtstrend zwischen 3.200 und 3.400 US-Dollar und blieb als sicherer Hafen gefragt.

Handelspolitik und China

Zu Beginn des Julis lief die Aussetzung bestimmter Zölle aus. Mit einigen Ländern gab es bereits Einigungen, etwa mit Großbritannien, während ein Abkommen mit der EU als großem Handelspartner zunächst vertagt wurde. Am 27. Juli kam es dann doch zu einem Deal. Ergebnis ist ein Zollsatz von 15 Prozent auf nahezu alle Waren, inzwischen auch auf Autoimporte. Metalle wie Stahl und Aluminium sind jedoch davon ausgenommen. Wichtig bleibt hierbei die Frage der Herkunft des Rohstoffes. Ist das Ursprungsland unklar, gilt die Ware potenziell als aus Russland stammend, was Zölle von 200 Prozent nach sich zieht. Im Verhältnis zu China wurden Zölle bis zum 10. November um 00.01 Uhr Ortszeit Washington ausgesetzt, um weiter verhandeln zu können. Die Tonlage ist zuletzt konstruktiver geworden.

Ukraine-Krieg

Weltweit richtete sich der Blick nach wie vor auf die Entwicklungen des Krieges in der Ukraine. Die Anfang des Jahres geäußerte Hoffnung, er könne sehr schnell beendet werden, hat sich leider nicht erfüllt. Am 15. August kam es nun jedoch in Alaska zu einem persönlichen Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin, dass von beiden Seiten als gutes Gespräch beschrieben wurde. Anschließend folgten Treffen mit Wolodymyr Selenskyj und einer europäischen Delegation. Denkbar wäre, dass die Ukraine Gebiete abtritt, dafür Sicherheitsgarantien erhält, allerdings ohne einen NATO-Beitritt. Diese und weitere Optionen stehen derzeit zur Diskussion und stellen potentielle Herausforderungen dar. Zuletzt war von vorsichtigem Optimismus die Rede. Putin sprach von Licht am Ende des Tunnels. Vance stellte in der Vorwoche die Möglichkeit eines Friedens in drei bis sechs Monaten in Aussicht, vorausgesetzt alle beteiligten Parteien arbeiten weiterhin lösungsorientiert an der Ausarbeitung der Friedensverhandlungen.

Geldpolitik und Portfolios

Bei der Notenbanktagung in Jackson Hole stellte Jerome Powell erstmals eine Zinssenkung in Aussicht. Der Markt preiste zuletzt mit rund 90 Prozent Wahrscheinlichkeit eine Senkung um 25 Basispunkte in den Vereinigten Staaten ein. Von einem klaren Zinssenkungszyklus war ausdrücklich nicht die Rede. Inflation und Konjunktur bleiben im Fokus. Niedrigere Zinsen würden besonders Technologiewerten helfen, da zukünftige Gewinne mit einem geringeren Satz abgezinst werden und im Barwert steigen, auch wenn sich an den absoluten Unternehmenszahlen nichts ändert.

Gerichtsstreit um Fed-Gouverneurin: Cook bleibt vorerst im Amt

In der Nacht auf Dienstag kam es zu einem weiteren Schritt bei der US-Notenbank: US-Präsident Donald Trump verlangte den sofortigen Rücktritt der Fed-Gouverneurin Lisa Cook. Er wirft vor, irreführende Angaben zu Hypothekenkrediten, gemacht zu haben. Cook weist die Anschuldigungen zurück und bleibt zunächst im Amt; eine gerichtliche Klärung steht an. Brisant ist der Fall auch, weil Cook dem siebenköpfigen Gouverneursrat angehört, der im Februar 2026 die zwölf Chefs der Regionalnotenbanken bestätigt. Wäre Cook bis dahin nicht mehr Teil des Gremiums, könnten die vier von Trump berufenen Mitglieder die regionalen Spitzenposten neu besetzen – ein Szenario, das die Sorge um die Unabhängigkeit der Fed nähren, die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen nach oben treiben und den US-Dollar belasten könnte. Die Zinsdifferenz erreichte derweil zwischen zwei- und 30-jährigen Staatsanleihen den höchsten Stand seit Januar 2022.

Fazit

Wir blicken aufgrund der anstehenden in Aussicht gestellten Zinssenkung positiv in die nächsten Wochen, wohlwissend, dass die herrschenden Konflikte innerhalb der FED als auch weitere Diskussionen zu Zinssenkungen für potentielle Schwankungen sorgen können.

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