Marktkommentar 03/2026
Solider Jahresauftakt mit regionalen Unterschieden
Der Februar präsentierte sich insgesamt mit einer stabilen Marktverfassung. Die internationalen Aktienmärkte entwickelten sich ohne größere Verwerfungen.
In den USA verzeichneten die führenden Indizes leichte Rückgänge – allerdings im überschaubaren Rahmen. In Deutschland hingegen konnte der DAX gegenüber dem Monatsanfang zulegen. Auch der europäische Gesamtmarkt zeigte sich freundlich. Die Grundstimmung für die Aktienmärkte bleibt damit weiterhin konstruktiv.
Ein wesentlicher Treiber war die laufende Berichtssaison für das vierte Quartal, die überwiegend positiv verlief. Größere Enttäuschungen blieben aus, sodass sich die Unternehmenszahlen stabilisierend auf die Märkte auswirkten.
KI-Debatte: Blase oder struktureller Wandel?
Ein dominierendes Thema – insbesondere in den Vereinigten Staaten – bleibt die Diskussion rund um Künstliche Intelligenz. Gerade im Nasdaq war zu beobachten, dass insbesondere softwarelastige Unternehmen unter Druck gerieten. Verkäufe zogen sich teilweise über den gesamten Technologiesektor.
Die Befürchtung lautet, dass klassische Softwarelösungen durch KI-basierte Anwendungen ersetzt werden könnten.
Hier lohnt eine differenzierte Betrachtung. Bei großen, etablierten Anbietern wie SAP oder Salesforce stellt sich die Frage, ob deren tief integrierte und komplexe Unternehmenslösungen tatsächlich kurzfristig austauschbar sind. Aus heutiger Sicht erscheint dies eher unwahrscheinlich.
Anders könnte es bei kleineren, spezialisierten Anbietern aussehen, die nur einzelne Lösungen anbieten und noch keine langfristige Marktstellung aufgebaut haben. Hier ist eine sorgfältige Selektion entscheidend.
Geopolitik: Iran, USA und neue Unsicherheitsfaktoren
Zusätzlich zur technologischen Debatte sorgt die politische Lage für Unsicherheit. Im Fokus stehen derzeit die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein mögliches Atomabkommen.
Die zunächst gestarteten Gespräche/Verhandlungen am Donnerstag, den 26.02.26, wurden durch den Militärangriff am Samstag von Israel und den Vereinigten Staaten ausgesetzt/unterbrochen. Nähere Einzelheiten können Sie in unserem Blog lesen.
Gold reagiert – Kryptowährungen enttäuschen
Die geopolitischen Spannungen spiegeln sich unmittelbar im Goldpreis wider. Nachdem Gold gegen Ende Januar eine kurze Verschnaufpause eingelegt hatte – unter anderem im Zusammenhang mit der Nominierung von Kevin Walsh als künftiger Fed-Vorsitzender – nahm die Dynamik zuletzt wieder zu.
Kryptowährungen hingegen zeigen sich weiterhin schwach. Die These, dass sie in Krisenzeiten als „digitales Gold“ fungieren könnten, bestätigt sich aktuell nicht. Stattdessen kam es bei führenden Kryptowährungen zuletzt zu deutlicheren Schwankungen und Rücksetzern.
Zinsumfeld: Stabilität auf der Rentenseite
Auch die festverzinslichen Märkte bleiben ein wichtiger Baustein in der Portfoliostruktur. In Europa sind die Zinssätze stabil. In den USA sind derzeit ein bis zwei Zinssenkungen für das Gesamtjahr eingepreist. Größere Verwerfungen werden aktuell nicht erwartet.
Gerade im Unternehmensanleihebereich lassen sich weiterhin attraktive Renditen erzielen – ein Bereich, den wir für unsere Mandanten konsequent nutzen. Anleihen bleiben damit ein Stabilitätsanker im Portfolio.
Strategische Anpassungen: Mehr Europa, weniger USA
Wir gehen davon aus, dass der europäische Markt in diesem Jahr stärker gefragt sein dürfte. Entsprechend haben wir eine moderate Rotation auf Länderebene vorgenommen und den USA-Anteil leicht reduziert, während Europa aufgestockt wurde.
Insbesondere in den Bereichen Dividenden und Infrastruktur sehen wir Chancen. Hier sollten sich operative Verbesserungen im Jahresverlauf zunehmend in den Unternehmensergebnissen und damit auch in den Kursentwicklungen widerspiegeln.
Japan mit politischem Rückenwind
Auch in Japan sorgten die jüngsten Wahlen für eine stabile Mehrheit und damit für politische Klarheit. Nach der bereits positiven Entwicklung des japanischen Aktienmarktes ist davon auszugehen, dass die Investitionsbereitschaft weiter zunimmt.
US-Politik: Zölle, Supreme Court und Wahljahr
Ein weiteres Thema bleibt die US-Handelspolitik. Der Supreme Court erklärte die von Donald Trump initiierten Zölle für nichtig, da die gesetzliche Grundlage fehlte. Unmittelbar darauf folgten neue Ankündigungen, die Einführung über alternative Wege, beispielsweise kreditbezogene Mechanismen, zu prüfen. Prozentuale Größenordnungen von 15 bis 20 Prozent standen dabei im Raum.
Langfristig bleibt festzuhalten: Die größten Belastungen aus Zöllen tragen häufig die US-Verbraucher selbst.
Mit Blick auf die im November anstehenden Midterm-Wahlen dürfte Präsident Donald Trump jedoch bemüht sein, wirtschaftliche Stabilität und positive Entwicklungen vorzuweisen. Auch innerhalb der Republikanischen Partei ist das Vertrauen zuletzt nicht uneingeschränkt stabil. Entsprechend ist davon auszugehen, dass wirtschaftspolitische Maßnahmen so ausgerichtet werden, dass sie kurzfristig unterstützend wirken.
Fazit: Konstruktiver Ausblick mit wachsamer Haltung
Zusammenfassend bleibt das Marktumfeld für 2026 konstruktiv. Die Aktienmärkte zeigen sich robust, die Berichtssaison stützt das Fundament, und auch die Rentenseite bietet weiterhin attraktive Ertragschancen.
Haben Sie Fragen, Anregungen und/oder auch Wünsche, sprechen Sie uns gerne an. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.
Vielen Dank für Ihre Treue und Ihr Vertrauen!
Ihr Team von Mademann & Kollegen

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