13. März 2024
5,6 Minuten

Trump 2.0 – Was Trumps Rückkehr für die Wirtschaft bedeutet

Im Jahr 2024 werden weltweit über 70 Wahlen stattfinden. Fast die Hälfte der globalen Bevölkerung ist dafür zur Stimmabgabe aufgerufen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Wahl des Europäischen Parlaments im Juni und vor allem der US-Präsidentschaftswahl am 5. November. Es wird erwartet, dass Donald Trump erneut gegen Joe Biden antreten wird.

Wie bereits im Jahr 2020 ging er auch jetzt als klarer Sieger aus den Vorwahlen hervor. Dieses Ergebnis kristallisierte sich am vergangenen Super Tuesday bereits heraus, da Trumps direkte Konkurrentin Nikki Haley Ihre Kandidatur, nach den eindeutigen Ergebnissen, aus dem Wahlkampf zurückzog. Nachdem er nun auch weitere Vorwahlen für sich gewinnen konnte, steht er nun als einziger verbleibender Kandidat für die Republikaner fest. Auch wenn Donald Trump nun der einzige übrig gebliebene republikanische Kandidat ist, so könnten die vielen Strafverfahren die gegen ihn laufen, jedoch noch eine mögliche Hürde darstellen.

Neue Zölle würden Exportgeschäft erschweren

Eine mögliche Wiederwahl von Donald Trump könnte erhebliche ökonomische Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Seine Politik des ‚America First‘ könnte zu einem wirtschaftlichen Protektionismus führen und die transatlantische Partnerschaft massiv beeinträchtigen.

Strafzölle für Produkte aus der EU drohen unter Trump widerbelebt zu werden. Während seiner letzten Amtszeit hatte er diese bereits auf Produkte wie Waschmaschinen, Solaranlagen sowie Stahl- und Aluminiumprodukte aus Europa verhängt. Auch mit der Einführung von Strafzöllen auf ausländische Autos hat er erneut gedroht. Eine solche Maßnahme würde schwerwiegende Konsequenzen für Deutschland haben. Schätzungen des ifo-Instituts zufolge könnte dies allein in Deutschland zu einem wirtschaftlichen Schaden von rund fünf Milliarden Euro führen.

Grundsätzlich besteht die Gefahr, dass der transatlantische Handel stark beeinträchtigt wird, da Trump bereits im letzten Herbst angekündigt hat, auf Importe aus allen Ländern einen Mindestzoll von 10% zu erheben. Wieder einmal würden viele exportorientierte deutsche Firmen hierunter besonders leiden und die Ausfuhr in die USA generell stark erschweren.

Dies könnte zur Folge haben, dass einige Unternehmen gezwungen sein könnten, ihre Produktion vollständig oder teilweise in die USA zu verlagern, mit entsprechend negativen Auswirkungen für den Produktionsstandort Deutschland.

„Großer Handelskrieg wäre eine Katastrophe“

Eine Ausweitung von Zöllen könnte das internationale Handelssystem sogar insgesamt destabilisieren, da viele Staaten möglicherweise Vergeltungsmaßnahmen ergreifen und höhere Barrieren gegen US-Produkte errichten könnten. Ein großer Handelskrieg hätte grundsätzlich negative Auswirkungen auf alle exportorientierten Wirtschaftsräume, allen voran wieder Deutschland.

Darüber hinaus gibt es Bedenken, dass die USA unter der Führung von Trump aus internationalen Gremien wie der Welthandelsorganisation WTO oder der NATO austreten könnten. Es ist auch denkbar, dass die Unterstützung für die Ukraine reduziert oder gar eingestellt wird. Die Zusammenarbeit mit anderen Ländern beim Klimaschutz könnte ebenfalls zu einem Ende führen.

Wie verhalten sich die Aktienkurse?

Eine zweite Präsidentschaft unter Trump hätte auch Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte. Obwohl kurzfristig ein positiver Effekt für die Aktienmärkte erwartet wird, könnten sich die negativen Auswirkungen einer Wiederwahl erst langfristig in den Kursen bemerkbar machen.

Trump verspricht Steuergeschenke

Trump hat angekündigt, Steuergeschenke zu machen. Er hat insbesondere Steuervergünstigungen angeboten, die hauptsächlich Wohlhabenden und Unternehmen zugutekommen würden. So plant Trump die Einkommensteuer für Unternehmen von derzeit 21 Prozent auf 15 Prozent zu senken.

Seine Politik soll die Wirtschaft in den USA ankurbeln und könnte sich somit positiv auf die US-Börsen auswirken.

Während seiner ersten Amtszeit stieg der amerikanische Aktienindex S&P 500 trotz einiger Schwankungen um etwa 70 Prozent. Es gibt jedoch viele Anlagestrategen, die der Ansicht sind, dass dies nicht ausschließlich auf Trump zurückzuführen ist, sondern eher auf die expansive Geldpolitik und das starke Wachstum der Weltwirtschaft.

Fazit:

Es ist wichtig, die Auswirkungen einer erneuten Amtszeit sorgfältig zu prüfen und alle Optionen in Betracht zu ziehen, um die bestmöglichen Ergebnisse für alle Beteiligten zu erzielen, denn eine mögliche Wiederwahl von Donald Trump könnte sich insbesondere auf die Außenpolitik und die NATO auswirken.

Als ziemlich gesichert gilt jedoch, dass die Wahl im Einzelnen folgende Konsequenzen mit sich ziehen würde:

  • Seine Impulsivität und sein erratischer Stil werden die Vorhersehbarkeit seiner Politik erschweren und seine Handlungen unberechenbar machen.
  • Die geopolitische Situation wird sich erheblich verändern und Deutschland als Wirtschaftsstandort in Europa schwächen.
  • Möglicherweise wird die Unterstützung für die Ukraine reduziert oder sogar eingestellt werden.
  • Eine mögliche Entschärfung des Konflikts zwischen China und den USA würde durch eine wie auch immer gelagerte US-Unterstützung Chinas bei dem Ziel der Wiedervereinigung mit Taiwan erreicht werden. Es ist bekannt, dass Trump bestrebt ist, militärische Auseinandersetzungen zu vermeiden und eher als „Deal-Maker“ auftritt.
  • Es ist jedoch wahrscheinlich, dass er weiterhin die Unterstützung Israels aufrechterhalten wird und möglicherweise die Gangart gegenüber dem Iran wieder verschärfen wird, wobei eine militärische Konfrontation mit dem Iran eher unwahrscheinlich ist.
  • Trump scheut keine Handelskriege. Ein genereller Importzoll wird deswegen negative Auswirkungen auf Europa und ganz besonders auf die deutsche Exportwirtschaft haben.
  • Eine Anhebung der Zölle könnte durchaus die Inflation in den USA wieder anheizen, was zu einer Veränderung der Zinspolitik der FED und in Folge dessen möglicherweise doch zu negativen Auswirkungen an den Börsen führen könnte.
  • Trump hat angekündigt, erneut Steuersenkungen analog seiner ersten Amtszeit zu beschließen und die Unternehmenssteuern deutlich zu senken.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Trump 2.0 wirtschaftlich gesehen für Europa mittlerweile deutlich gefährlicher wäre als noch zu seiner ersten Amtszeit, da Donald Trump im Jahr 2016 weitgehend unvorbereitet ins Amt gewählt und seine wildesten Pläne von erfahrenen Außen- und Wirtschaftspolitikern gebremst wurden. Dieses Mal wird Trump jedoch mit seiner Administration vorbereitet sein.

Natürlich wird es Branchen geben, die kurzfristig mehr oder weniger vom jeweiligen neuen Präsidenten profitieren oder sogar benachteiligt werden. Dabei kommt es darauf an, welcher Kandidat sich durchsetzt und welche Wahlversprechen umgesetzt werden, aber die Vergangenheit der letzten Jahrzehnte hat jedoch auch gezeigt, dass egal welche Partei den Präsidenten stellt, die großen und stabilen Unternehmen weiterhin fortlaufend Gewinne erzielen.

Aus diesen Gründen muss man sich bei einer Wiederwahl Trumps eher um Deutschland und Europa als um die USA und ihre Unternehmen Sorgen machen. Daher sehen wir uns mit dem hohen Gewicht von US-Aktien weiterhin gut aufgestellt.

Gerne stehen wir Ihnen für ein kostenloses Informationsgespräch zur Verfügung.

Ihr Team von Mademann & Kollegen