3. August 2026
5,1 Minuten

Marktkommentar 08/2026

Ruhiger Börsenmonat mit geopolitischen Spannungen

Der Juli reiht sich – zumindest bis zur letzten Woche des Monats – in die Reihe der vergleichsweise ruhigen und ereignisarmen Börsenmonate ein. Ganz ereignislos wird es an den Kapitalmärkten zwar nie, denn Donald Trump sorgt regelmäßig für Schlagzeilen.

Die Feuerpause im Irankrieg wurde gebrochen. Über gut zwei Wochen hinweg kam es wieder zu gegenseitigen Angriffen, Drohungen und neuen Eskalationsszenarien. Zu hoffen ist, dass nicht nur angesichts der menschlichen Schicksale, sondern auch im Interesse der Weltwirtschaft zeitnah eine tragfähige Lösung gefunden wird und damit wieder mehr Ruhe einkehrt.

Die Börsen bleiben gelassen

Die Kapitalmärkte scheinen die geopolitischen Entwicklungen inzwischen deutlich gelassener zu bewerten. Ein Blick auf die großen Aktienindizes zeigt nur geringe Veränderungen. Der S&P 500 notiert leicht schwächer als zu Monatsbeginn. Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Nasdaq sowie beim Russell 2000.

In Deutschland liegen die Kurse leicht über dem Niveau zu Monatsbeginn, während Japan geringfügig rückläufig ist. Der Goldpreis hat sich stabilisiert und schwankt um die 4.000 Dollar. Auch der Euro gegenüber dem US-Dollar zeigt sich mit einem Wechselkurs von rund 1,14 weiterhin vergleichsweise stark. Für einen Euro erhält man derzeit etwa 1,14 US-Dollar. Insgesamt präsentiert sich der Euro damit stärker als noch zu Jahresbeginn.

Auch der Bitcoin, der häufig für seine starken Kursschwankungen bekannt ist, bewegt sich seit der zweiten Juniwoche in einer Seitwärtsbewegung mit deutlich geringerer Schwankungsbreite. Anders stellt sich die Situation beim Ölpreis dar. Dieser reagiert weiterhin sehr sensibel auf jede neue Eskalation oder auch nur auf entsprechende Drohungen, sodass es hier erneut zu deutlichen Kursbewegungen kam.

Ölpreis bleibt unter geopolitischem Einfluss

In den vergangenen beiden Wochen rückte zudem die Diskussion um die Meerenge Bab al-Mandab stärker in den Fokus. Die Iraner sollen die Huthi- Miliz im Jemen dazu aufgefordert beziehungsweise gedrängt haben, die Meerenge möglicherweise zu schließen oder Gebühren für die Durchfahrt zu erheben. Damit würde zusätzlicher Druck aufgebaut und die Position Irans weiter gestärkt.

Wie sich diese Situation entwickelt, bleibt abzuwarten. Eine weitere Eskalation hätte erhebliche Auswirkungen auf den Ölpreis und könnte gleichzeitig das Thema Inflation, das zuletzt ohnehin wieder etwas angezogen hat, erneut stärker in den Mittelpunkt rücken.

Zentralbanken sorgen für Aufmerksamkeit

Zum Monatsende wurde es an den Märkten dann etwas ereignisreicher. Sowohl die Europäische Zentralbank als auch die US-Notenbank tagten.

In Europa blieb das Bild unverändert: Der Leitzins bleibt gleich.


KI generiert

Auch die FED beließ die Zinsen unverändert. Allerdings hat sich die Kommunikation verändert. Unter Jerome Powell wurde den Märkten im Vorfeld häufig eine gewisse Richtung signalisiert, sodass bereits vor der eigentlichen Entscheidung eine klare Erwartungshaltung bestand. Unter Kevin Warsh ist das anders. Die Märkte werden deutlich länger im Unklaren gelassen, da es im Vorfeld keine entsprechende Vorschau mehr gibt.

Besonders auffällig war bei der letzten FED-Abstimmung, dass die Entscheidung nicht einstimmig getroffen wurde. Das zeigt, dass innerhalb der FED derzeit durchaus unterschiedliche Auffassungen bestehen.

Berichtssaison mit gemischtem Bild

Parallel dazu begann die Berichtssaison. Das Thema Künstliche Intelligenz bleibt weiterhin allgegenwärtig. Immer wieder wird diskutiert, ob die Investitionen der großen Hyperscaler inzwischen zu hoch sind, wann sich diese Investitionen amortisieren oder ob möglicherweise ein Fass ohne Boden entsteht.

Die ersten veröffentlichten Unternehmenszahlen fielen entsprechend gemischt aus. Microsoft konnte sämtliche Erwartungen übertreffen und sehr gute Gewinne erzielen. Bei Meta sah das Bild dagegen etwas anders aus und die Zahlen wurden insgesamt eher enttäuschend aufgenommen.

Nun richtet sich der Blick auf die noch ausstehenden Quartalszahlen von Amazon, Apple und weiteren großen Technologiekonzernen. Diese werden in den kommenden Tagen erwartet und dürften zusätzliche Klarheit darüber schaffen, ob sich trotz der hohen Investitionen weiterhin profitabel wirtschaften lässt.

Deutsche Unternehmen überzeugen überwiegend

Auch in Deutschland läuft die Berichtssaison. Über verschiedene Branchen hinweg wurden überwiegend sehr gute Unternehmenszahlen veröffentlicht. Beispiele hierfür sind Rheinmetall, die Deutsche Bank, BASF oder RWE. Insgesamt zeigte sich über viele Branchen hinweg ein erfreuliches Bild.


KI generiert

Sorgen bereitet dagegen weiterhin die Automobilindustrie. Die Zahlen von BMW fielen ebenfalls nicht gut aus. Gleichzeitig häufen sich die Meldungen über Stellenabbau, Werksschließungen und freiwillige Abfindungsprogramme bei Herstellern wie Volkswagen, BMW oder Porsche.

Dieses Thema dürfte Deutschland noch über viele Wochen und Monate begleiten. Auch wenn die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von der Automobilindustrie in den vergangenen Jahren etwas zurückgegangen ist, bleibt sie für viele Wirtschaftszweige von großer Bedeutung. Langfristig werden auch zahlreiche Zulieferunternehmen von dieser Entwicklung betroffen sein. Entscheidend wird sein, wie die gesamte Branche diese Herausforderungen bewältigt.

Ausblick

Insgesamt war der Juli damit eher ein ruhiger Börsenmonat. Die Aktienmärkte verzeichneten leichte Abgaben, während sich die Zinsseite weiterhin stabil zeigte.

Für uns bedeutet das, die Entwicklungen wie gewohnt mit Weitblick zu beobachten. Gerade in den Sommermonaten, in denen für gewöhnlich weniger Nachrichten veröffentlicht werden, sind stärkere Kursschwankungen nichts Ungewöhnliches, da die bereits wenigen Nachrichten größere Marktbewegungen auslösen können. Die Jahresperformance fällt bislang weiterhin sehr ordentlich aus, sodass wir optimistisch auf das zweite Halbjahr blicken.

Das Wirtschaftswachstum – insbesondere in den USA – bleibt vergleichsweise robust und könnte auch künftig weiteres Potenzial für steigende Aktienkurse bieten. Gleichzeitig rücken die Midterm-Wahlen im November zunehmend in den Fokus. Je näher dieser Termin rückt, desto stärker dürfte er die Kapitalmärkte beschäftigen und gegebenenfalls auch Einfluss auf die Kursentwicklung nehmen. Erfahrungsgemäß haben politische Börsen jedoch eher kurze Beine, sodass solche Ereignisse meist keinen nachhaltigen Einfluss auf die langfristige Entwicklung der Märkte haben.

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